Italien · Neapel · 14 Bilder

Cimitero delle Fontanelle

Der Cimitero delle Fontanelle ist ein Beinhaus in einem ehemaligen Tuffsteinbruch im Rione Sanità von Neapel. Hier ruhen die Gebeine von Menschen, die seit dem 17. Jahrhundert, vor allem in Zeiten von Seuchen, beigesetzt wurden. Die Galerie zeigt Fotografien von Sven Fennema und bittet um Respekt vor den Toten.

Über diesen Ort

Der Ort war ein Steinbruch, aus dem Tuff als Baumaterial für Neapel gewonnen wurde. Als in den Kirchen der Stadt der Platz für Bestattungen fehlte, nutzte man die Höhlen als Begräbnisstätte. Für 1656, das Jahr der großen Pest, ist die Nutzung belegt; später kamen Opfer der Choleraepidemie von 1836 und 1837 hinzu. Der Name bezieht sich auf die Quellen im Viertel.

1872 ordnete der Kanonikus Gaetano Barbati die Gebeine neu. Sie sind heute auf drei Hallen verteilt. In dieser Zeit entwickelte sich der Kult der „anime pezzentelle“, der armen, namenlosen Seelen. Familien nahmen einen Schädel an, pflegten ihn und baten die Seele um Beistand; im Gegenzug beteten sie für sie. 1969 untersagte die kirchliche Behörde diesen Einzelkult.

Der Ort blieb lange geschlossen. 2010 öffnete er nach einer Initiative der Bewohner des Viertels wieder. Nach einer weiteren Schließung ist er seit April 2026 erneut zugänglich und wird von der Stadt Neapel gemeinsam mit der Genossenschaft La Paranza betrieben. Es ist ein Ort des Gedenkens an Menschen, deren Namen meist nicht überliefert sind. Zugangsregeln nennt die Stadt Neapel.

Häufige Fragen

Wo liegt der Cimitero delle Fontanelle?

Er liegt im Rione Sanità in Neapel, an der Via delle Fontanelle 80. Aktuelle Zugangsregeln veröffentlichen die Stadt Neapel und der Betreiber.

Was ist der Cimitero delle Fontanelle?

Ein Beinhaus in einem ehemaligen Tuffsteinbruch. Die Toten stammen vor allem aus Seuchenzeiten, darunter der Pest von 1656 und der Cholera von 1836 und 1837.

Was sind die „anime pezzentelle“?

Es sind die „armen Seelen“, namenlose Tote. Bis zum Verbot des Einzelkults 1969 nahmen Familien einen Schädel an, pflegten ihn und baten die Seele um Schutz.