Österreich · Wien · 15 Bilder

Biedermeierfriedhof St. Marx

Friedhof St. Marx

Der St. Marxer Friedhof im dritten Wiener Bezirk ist der einzige erhaltene der fünf Kommunalfriedhöfe, die Kaiser Joseph II. ab 1784 vor dem Linienwall anlegen ließ. Seit 1874 wird dort nicht mehr regulär bestattet, heute ist er Park und Biedermeier-Denkmal zugleich. Auch Wolfgang Amadeus Mozart wurde hier 1791 beigesetzt.

Über diesen Ort

Der Friedhof ist erstmals im Sterbebuch der Pfarre Maria Geburt am 17. Mai 1784 erwähnt. Er entstand im Zuge der Reformen Josephs II., die Bestattungen innerhalb der Stadt beendeten. Mit der Eröffnung des Zentralfriedhofs am 1. November 1874 endeten die regulären Beisetzungen. Danach blieb das Gelände jahrzehntelang sich selbst überlassen und verwilderte. Nach einer Instandsetzung unter Anton Waldhauser wurde es am 22. Oktober 1937 als Friedhof und Park wiedereröffnet.

Heute stehen auf rund 5,5 Hektar etwa 5.600 Grabsteine unter Denkmalschutz. Sie zeigen die Formen von Empire, Klassizismus und Historismus; viele Inschriften nennen Berufstitel aus der Biedermeierzeit. Die Hauptwege sind axial angelegt, Fliederhecken wechseln sich mit Grabmälern ab und blühen im April und Mai.

Mozart starb am 5. Dezember 1791 und wurde in einem einfachen Grab beigesetzt. Die genaue Stelle ist nicht bekannt, das heutige Grabmal wurde 1950 von Florian Josephu-Drouot wiederhergestellt. Auch der Komponist Johann Georg Albrechtsberger, der Verleger Anton Diabelli und der Nähmaschinen-Erfinder Josef Madersperger liegen hier. Der Friedhof ist heute Teil der städtischen Parkanlagen, auf der Seite der Stadt Wien finden sich aktuelle Informationen zum Besuch.

Häufige Fragen

Wo liegt der Friedhof St. Marx?

Der St. Marxer Friedhof befindet sich in der Leberstraße 6–8 im 3. Wiener Bezirk Landstraße. Er ist als städtische Parkanlage zugänglich.

Liegt Mozart auf dem St. Marxer Friedhof?

Mozart wurde 1791 auf dem St. Marxer Friedhof in einem einfachen Grab beigesetzt. Die genaue Stelle ist unbekannt; das heutige Grabmal markiert den überlieferten Ort.

Warum heißt St. Marx ein Biedermeierfriedhof?

Der Friedhof wurde 1874 für Bestattungen geschlossen, sodass fast alle erhaltenen Grabsteine aus der Biedermeierzeit stammen. Er hat deshalb den Charakter eines Biedermeierfriedhofs bewahrt.