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Kirchen und Kapellen

Kirchen und Kapellen gehören seit Jahrhunderten zu Friedhöfen: als Orte der Aussegnung, des Gebets und des Abschieds. Von romanischen Karnern über neuromanische Kapellenanlagen bis zur hölzernen Stabkirche entstand eine eigene Baugattung. Diese Galerie zeigt sie in Fotografien von Sven Fennema.

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Die Vorläufer nördlich der Alpen stammen aus der Romanik. Karner waren zweigeschossige Bauten: Unten lagerten ausgegrabene Gebeine, oben lag ein Altarraum für Totenmessen. Seit dem 16. Jahrhundert entstanden besonders in evangelischen Herrschaften Friedhöfe außerhalb der Orte, die eine Kirche oder Aussegnungskapelle besaßen.

Die moderne Friedhofskapelle entwickelte sich seit dem 18. Jahrhundert. Die Kirchhöfe rund um die Pfarrkirchen wurden aufgegeben, die Bestattungen wanderten an die Stadtränder; das Preußische Allgemeine Landrecht von 1794 untersagte Beisetzungen in bewohnten Gegenden. Mit dem Rückgang der Trauerzüge von den Wohnhäusern brauchte man eigene Räume für die Feier.

Die Bauten spiegeln die Stile ihrer Zeit. Auf dem Kölner Melatenfriedhof wurde schon 1245 eine Kapelle geweiht, auf dem Alten Südfriedhof in München steht die Stephanskirche seit 1674. In Leipzig entstand 1910 eine neuromanische Kapellenanlage nach dem Vorbild der Abtei Maria Laach. Auf dem Südwestkirchhof in Stahnsdorf plante Gustav Werner von 1908 bis 1911 eine hölzerne Kapelle nach norwegischen Stabkirchen, mit einer Orgel von Wilhelm Sauer.

Sie sind Orte des Abschieds und oft bis heute in Gebrauch. Bei einem Besuch sollten Sie darauf Rücksicht nehmen, dass dort Trauerfeiern stattfinden.

Häufige Fragen

Was ist ein Karner?

Ein Karner ist ein zweigeschossiger Bau auf dem Friedhof: unten lagern ausgegrabene Gebeine, oben liegt ein Altarraum für Totenmessen. Karner stammen aus der Romanik und sind vor allem im Alpenraum verbreitet.

Warum haben Friedhöfe Kapellen?

Als die Bestattungen im 18. und 19. Jahrhundert von den Kirchhöfen an die Stadtränder verlegt wurden, brauchte man vor Ort Räume für Aussegnung und Trauerfeier.

Welche Kapelle auf einem Friedhof ist einer Stabkirche nachempfunden?

Die hölzerne Friedhofskapelle auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf, geplant von Gustav Werner und von 1908 bis 1911 gebaut, folgt dem Vorbild norwegischer Stabkirchen.